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Hitze, Bergsteigen und Prüfungen...

Jetzt ist es Mai, der Frühling ist in vollem Gange und ich habe weniger als 40 Tage, die mir in Nanjing verbleiben. Immer, wenn ich darüber nachdenke, bin ich geschockt, wie schnell diese Monate umgegangen sind... Seit dem letzten Eintrag ist wieder einiges passiert: Am 3. April habe ich mich frühmorgens auf nach Shanghai zum Flughafen Pudong gemacht, um Marius abzuholen. Endlich! Ich glaube, ich habe schon Wochen vorher angefangen, alle meine Freunde damit zu nerven.. Nach einem freudigen Wiedersehen sind wir dann erstmal zurück nach Nanjing gefahren, wo wir einige Tage verbrachten und uns viele Sehenswürdigkeiten anschauten. Die meisten davon kannte ich natürlich schon, aber einige davon waren auch mir neu und ich habe einige weitere wunderschöne Stellen in Nanjing kennengelernt. Abends gingen wir oft in eine hübsche Bar, oder ein Teehaus, oder mit meinen Freunden aus. Dann ging es zu unserem ersten Ausflug. Nach Huangshan, den gelben Bergen, die zu Chinas fünf heiligen Gebirgen gehören und mit ihren schroffen Felsen zu einer der meist-abgebildetsten Landschaften in China gehören. Diesen Ausflug hatte ich Marius zu Weihnachten geschenkt. Leider gibt es von Nanjing nach Huangshan City (das ironischerweise kanpp 50 KM von Huangshan entfernt liegt) keinen Tranrapid-Zug, sodass wir knappe sechs Stunden auf harten Sitzen, zwischen 5489438932 schnarchenden und rülpsenden Chinesen ausharrten, die irgendwann, wie nach einer geheimen Uhr gestellt, alle ihre Pappkartons mit Instantnudeln herauskramten.. Aber auch das überlebten wir und kamen müde in unserem kleinen Hotel an. Am nächsten Tag machten wir uns dann mit einem Kleinbus von Huangshan City aus nach Tangkou, das traditionell der Ausgangspunkt für die Bergtouren ist. Von Tangkou aus wurden wir dann mit einem weiteren Bus ins Gebirge gefahren, auf unglaublich engen Serpentinenstraßen, die die Fahrer selbst bei starkem Gegenverkehr mit einer geradezu unnatürlichen Ruhe und Geschwindigkeit nahmen. Also ein erstes kleines Abenteuer... Nachdem wir unsere Nervenenden wieder eingesammelt und unsere Tickets gekauft hatten, machten wir uns an den Aufstieg. Schon von unten hatte man einen wunderschönen Ausblick auf die Bergspitzen, die zwischendurch immer wieder (ganz romantisch, wie es der Chinese mag) zwishcen Wolkenfetzen versanken und dadurch helle Begeisterungsstürme bei allen Leuten, die sich mit uns zusammen die endlosen Treppenstufen hoch schoben, hervorriefen. diese Treppenstufen waren wirklich endlos. Ich weiß nicht genau wie viele es waren, aber ich schätze es waren zwischen 2500 und 3000. Wir mussten zwischendurch immer wieder Pausen einlegen, weil wir so erschöpft waren (Kann man uns aber auch nicht verdenken, oder?) und wurden dabei neben den Bergen ein weiteres Anschauungsobjekt für die Chinesen, die tuschelten, auf uns zeigten und wenn sie ganz mutig waren, uns um ein Foto baten. Alles kein Problem, aber wenn man verschwitzt und müde ist, würde man lieber in Ruhe gelassen werden . Nach 2,5 Stunden waren wir schließlich auf einem Aussichtspunkt unter dem höchsten Gipfel, den wir aber ausfallen ließen, weil wir uns nicht noch einmal die gleiche Anzahl an Stufen hochquälen wollten.. Stattdessen liefen wir eine große Runde von besagtem Aussichtspunkt aus und konnten viele wirklich spektakuläre Gipfel und die berühmten "Willkommens-Pinien" sehen, die sich als letzte Posten von Vegetation an den nackten Fels klammern. Als wir wieder hinunter stiegen sagten wir ein ums andere Mal: "Ich kann kaum glauben, dass wir wirklich hier hinauf gelaufen sind." Am nächsten Tag war ich absolut tot und froh, dass wir nicht nochmal Bergsteigen mussten. Stattdessen fuhren nachmittags, nach einem Stadtbummel durch Huangshan City zu einem von Menschen gemachten Höhlensystem, das vor einigen Jahren von einem Bauern entdeckt wurde, als er eine entlaufene Kuh suchte. Man weiß bis heute nicht, wann genau, zu welchem Zweck, oder von wem diese Höhlen gegraben wurden, aber man hat sich viel Mühe mit der Restauration gegeben und Präsident Jiang Zemin hat sie persönlich "Die geheimnisvollen Grotten von Huashan" getauft. Von Huangshan ging es direkt weiter nach Hangzhou, um Freunde zu besuchen, die dort studieren. Mit dem Wetter hatten wir leider nicht ganz so viel Glück, aber es war schön so viele Freunde nach Monaten wiederzusehen. Wir besichtigten den berühmten Westsee, eine kleine Pagode auf einem Berg und kletterten auf Felsen herum. Danach fuhren wir (diesmal zum Glück mit einem sehr schnellen Zug) zurück nach Nanjing und verbrachten dort noch einige, schön sonnige Tage. Am Schluss ging es noch für einige Tage nach Shanghai, von wo Marius auch wieder abflog. Leider war auch in Shanghai das Wetter eher verregnet. Aber ich war trotzdem (wie jedes Mal) begeistert von dieser pulsierenden Stadt und auch Marius hat es sehr gut gefallen. Als Highlight gingen wir am letzten Abend in die Cloud 9 Bar im Grand Hyatt. Dieses befindet sich im Jinmao Tower (https://www.google.com/search?q=jin+mao+tower&rlz=1C1CHIK_deDE523DE523&es_sm=93&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ei=CgtvU-qlMMfdoASWpoKACA&ved=0CAgQ_AUoAQ#facrc=_&imgdii=_&imgrc=qMh5mB_20ugdTM%253A%3BkYrjlosy_C0EAM%3Bhttp%253A%252F%252Fupload.wikimedia.org%252Fwikipedia%252Fcommons%252F7%252F7d%252FShaghai_Jin_Mao.JPG%3Bhttp%253A%252F%252Fde.wikipedia.org%252Fwiki%252FJin_Mao_Tower%3B1024%3B1536 ) im Stadtteil Pudong und hat die höchste Bar Shanghais im höchsten Hotel der Welt. Allein schon der Aufzug Trip nach oben war aufregend, man muss dreimal den Aufzug wechseln, ehe man im 88. Stock ankommt. Dafür wird man mit einer sehr exklusiven Atmosphäre und einem spektakulären Ausblick auf Shanghai belohnt. Wir konnten uns einen Fensterplatz sichern und hatten viel Spaß dabei, auf die glitzernde Stadt zu gucken. Das war mein Weihnachtsgeschenk von Marius gewesen und ich habe es sehr genossen! Am nächsten Abend ging es dann für Marius zurück nach Deutschland und für mich nach Nanjing. Ein tränenreicher Abschied (von meiner Seite ) war natürlich garantiert! Doch diesmal ist der Abschied nicht für lange, in einem guten Monat geht es ja schon wieder nachhause. Doch bis dahin habe ich noch viel vor, es ist richtig warm geworden seit Anfang Mai und ich versuche so viel Zeit wie möglich in der Sonne zu verbringen, am See oder auf der Wiese. Ich habe meine Zwischenprüfung erfolgreich hinter mich gebracht und bin gespannt wie ich abgeschnitten habe. Außerdem habe ich ja schon übermorgen Geburtstag (Juhuu, wieder ein Jahr weniger bis 30...) und habe eine Geburtstags-/Abschiedsparty geplant. Und so langsam muss ich auch schon meine Rückreise planen. Der Koffer mit Winterkleidern ist schon auf dem Rückweg nach Deutschland und kommt hoffentlich gleichzeitig mit mir an.. Ein paar Tage vor meiner Abreise werde ich noch mit ddrei Freundinnen in den Süden nach Guilin, eine Stadt in der Südchinesischen Provinz Guangxi fahren, um mir dort meinen Traum, die spektakulären Berge entlang des Perlflusses anzusehen. Aber davon beim nächsten Mal mehr...
11.5.14 07:46
 


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