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Man sollte es kaum glauben... Pekingente, Smog und Flugzeuge............ November und Dezember 2013

Ich werde ganz rot, es mir so peinlich, dass ich soo lange nichts mehr gepostet habe. Nach vier Monaten ist das längst überfällig.... Seit November ist viel passiert, ich war für 5 Tage in Peking, um an der Konferenz der DAAD-China-Studenten teilzunehmen. Diese fand am Wochenende des 9.-11.11.2013 statt. Mit einer Freundin aus Köln, die in zurzeit in Hangzhou, Anhui Province studiert, fuhren wir schon am 5.11. in einem Übernacht-Zug nach Peking, um vorher schon ein bisschen diese weltberühmte Stadt anschauen zu können. Die Fahrt dauerte für mich 11 Stunden im Schlafwagen, auf einer circa 50 cm breiten Pritsche, zusammen mit 6 Chinesen in einem Abteil, die natürlich wie immer eine blonde Ausländerin furchtbar interessant fanden und über ihrem Interesse das Schlafen fast vergaßen... Davon ließ ich mich aber nicht stören und konnte trotz großer Aufregung darüber, endlich meinen Traum von Peking erfüllen zu können, ziemlich gut schlafen. Ich bin immer wieder begeistert davon, wie preiswert und einfach es hier ist mit dem Zug zu verreisen. Es gibt mehrere Zugtypen, darunter auch den so berühmten Bullet-Train (gaotie), der die 1200 KM Strecke von Nanjing nach Peking in knapp unter 4 Stunden zurück legt. Für diesen Zug kostet ein Ticket zweiter Klasse circa 500 RMB, also um die 60€. Für meinen 11 Stunden Bimmelzug bezahlte ich jedoch nur 270 RMB, umgerechnet circa 35€. Vom chinesischen Zugsystem kann sich die DB viele großzügige Scheibchen abschneiden, sowohl in Preis- als auch in Pünktlichkeitsfragen. (Viele Züge legen hier unglaublich weite Strecken von bis zu 4.000 KM zurück und sind dabei meistens PÜNKTLICH... Wow. Kann man einfach nicht anders sagen. In Peking angekommen traf ich mich dann mit meiner Freundin Weny und einem ihrer deutschen Kommilitonen aus Hangzhou und wir fuhren in unser Hostel direkt am Tiananmen Platz, den wir nach dem Einchecken auch sofort erkundeten. So etwas Riesiges habe ich selbst in China, dem Land der Superlative noch nicht gesehen - da glaubt man sofort, dass der Tiananmen Platz der größte Platz der Welt ist. Dieser Tage herrschte dort ein unvorstellbares Aufgebot an Sicherheitskräften, die jeden Besucher scharf im Auge behielten, denn 3 Tage zuvor war ein Auto, randvoll mit Sprengstoff, gelenkt von Uyguren (eine muslimische Volksgruppe im Nordwesten Chinas, die in letzter Zeit immer blutigere Anschläge verübt, um die Unabhängigkeit zu erwirken - Mitglieder dieser Volksgruppe haben auch das kürzliche, blutige Massaker am Bahnhof von Kunming angerichtet). Wir mussten uns mehrmals durchchecken lassen, wie am Flughafen unsere Taschen abgeben und durchleuchten lassen, bevor wir endlich auf den Platz durften. Danach gingen wir auch sofort weiter in die direkt angrenzende Verbotene Stadt, die glücklicherweise, da es mitten in der Woche und schon nachmittags war, "vergleichbar" leer war (es ist immer sehr voll, aber wenn man bedenkt, dass sich an Feiertagen viele Hunderttausend Menschen pro Tag in Gugong (chinesischer Name) drängeln ist man schnell zufriedengestellt. Am nächsten Tag machten wir dann endlich den Ausflug, auf den ich mich schon gefreut hatte, seit ich mich entschieden hatte, nach China zu gehen - zur großen chinesischen Mauer, ungefähr zwei Stunden von Peking entfernt. Ich habe noch niemals etwas so Beeindruckendes gesehen. Wir hatten unglaubliches Glück an diesem Tag, wir waren um circa 10 Uhr morgens oben auf der Mauer, wurden schon um 7 Uhr im Hostel abgeholt vom Bus. Das Wetter war wunderschön, ein dunkelblauer, wolkenloser Himmel mit angenehmen 15 Grad, in Peking um diese Jahreszeit schon eher selten. Es waren nicht viele Menschen dort, sodass wir uns ganz wie Könige fühlen und nach Herzenslust auf jeden Stein kraxeln und Fotos machen konnten, auf denen nicht ein einziger Chinese zu sehen war - welch eine Seltenheit... Nach einem wunderschönen Tag, der mit einem Pekingente-Essen in einem Original Hutong (ein für Peking spezifisches altes Wohnhaus mit vielen Zimmern um einen überdachten Innenhof gruppiert - früher wohnte in jedem der Zimmer eine Familie eines Clans und im Innenhof wurde gemeinsam gekocht und gegessen) beschlossen wurde, ging am Freitag das Stipendiaten-Treffen los. Dafür wurden wir vom DAAD in ein wunderschönes Konferenz-Hotel eingeladen, in dem für uns Vorträge und Ausflüge organisiert wurden. Ich entschied mich für eine von einer bekannten Pekinger Galeristin geführte Tour durchs Künstlerviertel 798 geführte Tour. Ich bin zwar eigentlich nicht der kunstinteressierteste Mensch, aber diese Tour war hochinteressant, wir durften zu einigen an diesem Tag stattfindenden Ausstellungseröffnungen gehen und mit Künstlern reden. Viele der ausgestellten Kunstwerke beschäftigen sich mit der Kulturrevolution und die immer noch nicht geschlossenen Wunden dieser Zeit. Außerdem durften wir überraschend und nicht geplant ein paar Minuten mit dem berühmten Ai Weiwei ("Never Sorry") verbringen, eine Begegnung, die mich tief berührt und gefreut hat. Am Sonntagmorgen ging es dann wieder zurück nach Nanjing, wo schon meine Zwischenprüfungen auf mich warteten... Oh Freude!! Der November ging dann relativ unspektakulär zuende, es wurde kalt - und dann kam der Smog! Anfang Dezember wurde der Smog so schlimm, wie man es selten in China erlebt hat. Zum Vergleich: In Deutschland gilt ein Verschmutzungswert der PM 2.5 Moleküle (die, Staubteilchen, die den wirklichen Schaden anrichten) von UNTER 25 als unbedenklich. In den ersten beiden Dezemberwochen lag der Wert in Nanjing täglich bei 430-460, die Skala geht auch nur bis 500!!! In Peking liegt sie inzwischen regelmäßig bei über 600, die alte Skala reicht längst nicht mehr aus. Deswegen blieb ich fast nur in meinem Zimmer, bekam einen riesigen Lagerkoller und hätte am liebsten alles abgebrochen und wäre nachhause gefahren. Ich hatte riesiges Heimweh und konnte es kaum erwarten endlich zu Weihnachten nach Deutschland fliegen zu können. Ich war überglücklich als meine Mama mir deswegen mitteilte, dass sie meinen Flug vorverlegt habe und ich schon 8 Tage früher nachhause fliegen könne. Daraufhin stürzte ich mich voller Elan in die Reisevorbereitungen, die auch Rausgehen in voller Masken/Atemschutzmontur und Weihnachtsgeschenke kaufen beinhaltete. Am 13.12. ging es dann ENDLICH nachhause, wo ich am Frankfurter Flughafen schon von Familie und erwünschtem Fleischwurstbrot erwartet wurde. Es waren wunderschöne drei Wochen, die ich mit meinem Marius, vielen Freunden und natürlich der Familie verbringen durfte. Ich habe die zuvor vermisste Weihnachtsstimmung in mich aufgesogen und war einige Male auf dem Weihnachtsmarkt zum Glühwein trinken . Weihnachten war herrlich, viele schöne Stunden mit der besten Familie der Welt und leckerem Essen... Nach einem tollen Silvester, das ich mit Freunden in der Kölner Südstadt verbrachte, kam dann am 7. Januar der Abschied, der zwar auch wieder schwer, aber nicht ganz so tränenreich wie im August ausfiel. Im nächsten Beitrag mehr über mein zweites Semester hier, Besuch aus Deutschland, Gesundheitsprobleme und den chinesischen Frühling..
22.3.14 11:01
 


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